Wilhelm Moroder-Lusenberg
Wilhelm Moroder-Lusenberg, genannt Willi (* 27. Juni 1877 in St. Ulrich in Gröden; † 9. Januar 1915 in Niš), war ein ladinischer Autor aus Gröden in den Dolomiten.



Leben
Wilhelm wurde als erster Sohn von Felizita Unterplatzer aus Enneberg und dem zweiten Sohn des Malers und Bildhauers Josef Moroder Jumbiërch geboren.
Am 2. Oktober 1897, nachdem er die Reifeprüfung in Trient abgelegt hatte, schrieb er sich zum Studium der Medizin in Innsbruck ein. Er merkte jedoch schnell, dass der medizinische Studiengang nicht seinem Interesse entsprach; sein eigentliches Interesse galt Philosophie sowie insbesondere Geschichte und Literatur. 1905 gründete er auf Anregung von Theodor Gartner in Innsbruck die Union Ladina. Im selben Jahr gab er die erste ladinische Zeitung L’amik di Ladins heraus, 1908 folgte die Zeitschrift Der Ladiner, die jedoch wegen fehlender Finanzierung nur mäßigen Erfolg hatte. Zwischendurch übernahm er die Redaktion der Brixner Chronik, um ein gesichertes Einkommen zu haben. In diesen Jahren beschäftigte er sich auch mit Archäologie in St. Lorenzen, wo er römische Funde aus Sebatum und anderen Orten in Südtirol entdeckte und veröffentlichte. Außerdem entdeckte und brachte er einen Fresken-Rest des Christus aus der St.-Jakobs-Kirche in Gröden ans Licht.
1911 heiratete er Rosa Zach aus Franzensbad (Böhmen) und zog mit ihr nach Marienbad, um dort als Redakteur der Egerland- und Kurzeitung zu arbeiten. Während des Ersten Weltkriegs begann er mit dem Sammeln umfangreicher Dokumente über die Geschichte Grödens im 19. Jahrhundert, die er jedoch nicht vollenden konnte. Als der Krieg ausbrach, meldete er sich freiwillig und wurde schnell zum Offizier befördert. Er fiel jedoch als Offizier 1915 in Niš (Serbien).
Veröffentlichungen
Wilhelm Moroder-Lusenberg verfasste mehrere Schriften, darunter:
- Beiträge zur zweiten Ausgabe von Das Grôdner Tal von Franz Moroder.
- Nosh antenac da zakan im Calënder de Gherdëina 1915.
- L troi pajan te Gherdëina im Calënder de Gherdëina 1915.
- Beiträge zu historischen und topographischen Führern über das Gröden-Tal.
- Die Zeitschriften L’amik di Ladins (Nr. 1–3, 1905) und Der Ladiner (Nr. 1–2, 1908).
Literatur
- Rut Bernardi, Paul Videsott: Geschichte der ladinischen Literatur. Band 1. bu'press, Bozen 2013, ISBN 978-88-6046-060-8 (S. 180).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Moroder-Lusenberg, Wilhelm |
| KURZBESCHREIBUNG | ladinischer Autor |
| GEBURTSDATUM | 27. Juni 1877 |
| GEBURTSORT | St. Ulrich in Gröden |
| STERBEDATUM | 9. Januar 1915 |
| STERBEORT | Niš |