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Sol Lesser

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Sol Lesser (1921)

Sol Lesser (* 17. Februar 1890 in Spokane, Washington; † 19. September 1980 in Hollywood, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Filmproduzent und Filmregisseur.

Leben

Sol Lesser, der in einem Zelt geboren wurde, zog im Alter von sechs Wochen mit seinen Eltern nach San Francisco, wo er als 16-Jähriger ein Zeuge des heute noch bekannten Erdbebens von 1906 wurde. Sein Vater, der einen Süßwarenladen unterhielt, verkaufte bald darauf Musikautomaten, ein Geschäft, in welches Sol ebenfalls einstieg.

1913 führte er zusammen mit Hal Mohr zum ersten und einzigen Mal in seinem Leben Regie am Kurzfilm Last Night of the Barbary Coast. Mit dieser Milieustudie einer Gegend von San Francisco, in der es neben Bordellen auch Spiellokale und Saloons gab, wurde Lesser über Nacht bekannt. Mit dem Geld, das er durch die Einnahmen verdiente, gründete er eine kleine Theaterkette, sowie ein eigenes Kino.

Inspiriert von Medienmogul Mack Sennett ging Lesser 1919 in die Produktion und produzierte 1922 mit Oliver Twist seinen ersten abendfüllenden Spielfilm. In den 1920er Jahren fungierte Lesser als Distributor und Produzent vieler in Schwarzweiß gedrehter Stummfilme. So standen die Kinderstars Jackie Coogan und Diana Serra Cary bei ihm unter Vertrag, später in den 1930ern auch Bobby Breen. Als unabhängiger Produzent in Hollywoods oligopolistischen Studiosystem wurden Lessers Filme in den 1930ern vor allem durch RKO Pictures und ab 1939 durch United Artists vermarktet.[1]

Anfang der 1930er-Jahre war Lesser Produzent der Nachbearbeitung von Sergei Eisensteins unvollendetem Spielfilm Que viva Mexico!. Die vor Abbruch des Projektes von Eisenstein gedrehten Szenen wurden unter Lessers Aufsicht zu dem 1933 veröffentlichten Dokumentarfilm Thunder over Mexico verarbeitet, um die Verluste des Projektes in Grenzen zu halten.[2][3] Eisenstein war an der Erstellung dieser Fassung indes nicht beteiligt.[4]

In den 1930er- wie auch 1940er-Jahren produzierte Lesser überwiegend Western, besonders oft mit George O’Brien in der Hauptrolle. 1941 wurde Lesser für seinen Spielfilm Unsere kleine Stadt, eine Verfilmung des Theaterstücks von Thornton Wilder, für den Oscar in der Kategorie Bester Film nominiert. Dabei fungierte seine Ende der 1930er Jahre gegründete Principal Pictures Corp als Produktionsfirma. 1943 erwarb Lesser die Filmrechte an dem Charakter Tarzan von Edgar Rice Burroughs und produzierte in den kommenden Jahren die auch heute noch bekannten Filme, in denen Johnny Weissmüller sowie später Lex Barker und Gordon Scott den Titelhelden verkörperten.

1958 zog sich Lesser aus dem Filmgeschäft zurück, war aber gegen Ende seines Lebens noch an der Restaurierung einiger seiner Filme beteiligt. Mit seiner Frau, Fay Grunauer, hatte er zwei Kinder, Tochter Marjorie und Sohn Julian Lesser, der in die Fußstapfen seines Vaters trat, und zumindest in den 1950er Jahren einige Filme produzierte. Sol Lesser starb 1980 im Alter von 90 Jahren eines natürlichen Todes.

1961 erhielt er den Jean Hersholt Humanitarian Award für besondere humanitäre Verdienste im Sinne der Filmindustrie. Ihm ist ein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame gewidmet.

Filmografie (Auswahl)

Literatur

  • Reiner Boller, Julian Lesser: Tarzan und Hollywood. Von Johnny Weissmuller bis Gordon Scott – die klassischen Tarzan-Filme von Produzent Sol Lesser. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-499-X.
Commons: Sol Lesser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. NEW GROUP PLANS $3,000,000 FILMS; Lesser, Independent Producer, and Lubitsch, Director, Are Heads of the Company. In: The New York Times. 29. März 1939, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 11. Februar 2026]).
  2. Donner über Mexiko. Abgerufen am 11. Februar 2026.
  3. Georg Seeßlen: "Eisenstein in Guanajuato": Clown in Mexiko. In: Die Zeit. 5. November 2015, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 11. Februar 2026]).
  4. Unter Mexikos Sonne - Trailer, Kritik, Bilder und Infos zum Film. Abgerufen am 11. Februar 2026.