Paulet-Insel
| Paulet-Insel
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|---|---|---|
| Gewässer | Weddell-Meer | |
| Inselgruppe | Joinville-Inseln (Westantarktika) | |
| Geographische Lage | 63° 34′ 47″ S, 55° 47′ 19″ W | |
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| Länge | 2,2 km | |
| Breite | 1,5 km | |
| Fläche | 3,2 km² | |
| Höchste Erhebung | 353 m | |
| Einwohner | unbewohnt | |
Die Paulet-Insel (englisch Paulet Island, französisch Île Paulet, schwedisch Pauletön) ist eine kleine, beinahe kreisrunde unbewohnte Vulkaninsel an der Spitze der antarktischen Halbinsel im südpolaren Weddell-Meer.
Geografie
Die Paulet-Insel ist 2,2 Kilometer lang und maximal 1,5 Kilometer breit und liegt 5,2 Kilometer südöstlich der Dundee-Insel am nordöstlichen Ende der Antarktischen Halbinsel. Die Insel besteht aus erstarrter Lava, über der ein 353 m hoher Schlackenkegel mit einem kleinen Gipfelkrater aufragt. Mit einem Alter von wenigen hunderttausend Jahren ist die Insel geologisch sehr jung.[1] Erdwärme sorgt dafür, dass Teile der Insel über das gesamte Jahr eisfrei bleiben. Diese Wärme lässt vermuten, dass der Vulkan innerhalb der letzten tausend Jahre aktiv war.[2]
Geschichte
Die Paulet-Insel wurde von einer britischen Expedition der Jahre 1839 bis 1843 unter James Clark Ross entdeckt. Dieser benannte die Insel als Paulet Island nach seinem Freund und späteren Admiral der Royal Navy Lord George Paulet (1803–1879), Sohn des 13. Marquess of Winchester.[3] 1847 ist die Insel als Île Paulet im Atlas des französischen Hydrographen Clément Adrien Vincendon-Dumoulin (1811–1858) verzeichnet, 1894 auf dänischen Karten als Paulet Ø und in Deutschland ab 1895 als Paulet-Insel.[4]
Bekannt wurde die Insel vor allem durch die schwedische Antarktisexpedition von Otto Nordenskjöld, dessen Schiff Antarctic in der Nähe vom Packeis zerstört wurde und am 12. Februar 1903 sank. Die Mannschaft um Kapitän Carl Anton Larsen konnte sich retten und legte mit Hilfe von drei Rettungsbooten in 16 Tagen die 40 Kilometer über Eis und offenes Wasser zur Paulet-Insel zurück. Sie erreichten die Insel am 28. Februar 1903[3], wo die Männer eine Steinhütte errichteten und überwinterten. Diese Hütte wird auch Larsens Hütte genannt, nach dem Kapitän der Antarctic Carl Anton Larsen.[5] Des Weiteren errichteten sie einen Steinhaufen (Engl. cairn), um die Aufmerksamkeit vorbeifahrender Schiffe auf sich zu lenken. Der Steinhaufen befindet sich auf dem höchsten Teil des Vulkankegels, an dessen südlichem Rand in 351 Metern Höhe. Er hat die Form eines Turms mit einem Durchmesser von etwa eineinhalb Metern und einer aktuellen Höhe von 2,1 Metern.[6]
Im Verlauf der Überwinterung starb der Seemann Ole Christian Wennersgaard am 7. Juni 1903[7] an einer Herzerkrankung und wurde auf der Insel begraben.[6] Das Grab befindet sich in der Nähe der Steinhütte und ist durch einen Steinhaufen und ein verwittertes Kreuz gekennzeichnet.[8]
Die 19 überlebenden Mannschaftsmitglieder wurden neun Monate später (am 31. Oktober 1903) von der argentinischen Korvette Uruguay gerettet. Die Ruine der Hütte steht heute noch und ist ein beliebtes Ausflugsziel bei Kreuzfahrten in die Antarktis. Als historische Stätte HSM-41 steht sie gemeinsam mit dem Grab von Wennersgaard und dem Steinhaufen am höchsten Punkt der Insel unter dem Schutz des Antarktisvertrags.[9]
Fauna
Die Paulet-Insel ist die Heimat von etwa 107.285 Brutpaaren von Adeliepinguinen (2011).[10] 2012 wurden in der Pinguinkolonie auch 548 Brutpaare der Blauaugenscharbe gezählt. Die Insel ist zudem Brutplatz von Schneesturmvögeln (300 Brutpaare im Jahre 1992)[11], Dominikanermöwen und Weißgesicht-Scheidenschnäbeln.[12] Die häufig hier gesichtet Buntfuß-Sturmschwalben brüten möglicherweise ebenfalls auf der Insel.
Die Paulet-Insel wird deshalb von BirdLife International als Important Bird Area (ANT066) ausgewiesen.[13] Weddellrobben und Antarktische Seebären ruhen regelmäßig auf der Insel, während Seeleoparden oft bei der Jagd in den umliegenden Gewässern beobachtet werden.[12]
Galerie
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Paulet-Insel im Februar 2007
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Adeliepinguin-Kolonie auf der Paulet-Insel
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Nordenskjöld-Hütte
Weblinks
- Paulet im Global Volcanism Program der Smithsonian Institution (englisch).
- Paulet-Insel. In: Geographic Names Information System. United States Geological Survey, United States Department of the Interior, archiviert vom (englisch)..
- Paulet-Insel auf geographic.org (englisch).
- Diedrich Fritzsche: Paulet Island (63°35'S, 55°47'W) – landscape in conflict of tourism with conservation of nature and historical monuments. Poster mit weiterführenden Informationen zur Paulet-Insel. Alfred-Wegener-Institut, Potsdam (englisch).
- Antarctic Voyage – January 23: Paulet Island. Bildbericht zur Paulet-Insel. In: Air-and-Space.com. Brian Lockett (englisch).
Einzelnachweise
- ↑ John L. Smellie et al.: The Cape Purvis volcano, Dundee Island (northern Antarctic Peninsula): late Pleistocene age, eruptive processes and implications for a glacial palaeoenvironment. In: Antarctic Science. Band 18, Nr. 3, September 2006, ISSN 0954-1020, S. 399–408, doi:10.1017/S0954102006000447 (englisch).
- ↑ Global Volcanism Program: Paulet (390041). In: Volcanoes of the World, v. 4.5.5. Edward Venzke, Smithsonian Institution, 2013, abgerufen am 9. April 2017 (englisch).
- ↑ a b Gazetteer - Australian Antarctic Data Centre: Paulet Island. Abgerufen am 10. Februar 2026 (englisch).
- ↑ John Stewart: Antarctica – An Encyclopedia. Bd. 2, McFarland & Co., Jefferson und London 2011, ISBN 978-0-7864-3590-6, S. 1187 (englisch).
- ↑ D. Fritzsche: Paulet Island (63°35'S, 55°47'W) - landscape in conflict of tourism with conservation of nature and historical monuments. Internationale Polartagung, 18-24 Sept., Jena, Germany, 2005 (englisch, awi.de [abgerufen am 9. Februar 2026]).
- ↑ a b J. Westin, G. Almevik, D. Avango, K. Lindström, K.: Built Cultural Heritage in Antarctica. Hrsg.: Centre for Digital Humanities, University of Gothenburg. 2021 (englisch, gu.se [abgerufen am 9. Februar 2026]).
- ↑ Antarctic Guide: Nils Otto Gustaf Nordenskjöld Swedish South Polar Expedition: (1901-04). Abgerufen am 9. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Antarctica New Zealand Image Library: Grave near Nordenskjold's Hut. In: https://adam.antarcticanz.govt.nz/. Abgerufen am 9. Februar 2026 (englisch).
- ↑ HSM 41: Paulet Island Hut. In: ATS – Area Protection and Management / Monuments. Secretariat of the Antarctic Treaty, abgerufen am 9. April 2017 (englisch).
- ↑ Oceanites: Site summary for Paulet Island. (PDF) In: MAPPPD (Mapping Application for Penguin Populations and Projected Dynamics). 2015, abgerufen am 10. Februar 2026 (englisch).
- ↑ C. M. Harris, K. Lorenz, L. D. C. Fishpool, B. Lascelles, J. Cooper, N. R. Coria, J. P. Croxall, L. M. Emmerson, R. C. Fijn, W. L. Fraser, P. Jouventin, M. A. LaRue, Y. Le Maho, H. J. Lynch, R. Naveen, D. L. Patterson-Fraser, H.-U. Peter, S. Poncet, R. A. Phillips, C. J. Southwell, J. A. van Franeker, H. Weimerskirch, B. Wienecke, E. J. Woehler: Important Bird Areas in Antarctica 2015. BirdLife International and Environmental Research & Assessment Ltd., Cambridge 2015 (englisch, era.gs [PDF; abgerufen am 9. Februar 2026]).
- ↑ a b Visitor Site Guidelines: 8. Paulet Island. (PDF) In: https://www.ats.aq. Secretariat of the Antarctic Treaty, abgerufen am 9. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Paulet Island (AQ066), Datenblatt auf der Website von BirdLife International, abgerufen am 23. Juli 2018 (englisch).



