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Minmi

Minmi
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Modell von Minmi im National Dinosaur Museum in Canberra, heute eher als umstritten einzustufen

Zeitliches Auftreten
Unterkreide (Aptium bis Albium)[1]
126,3 bis 100,5 Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Vogelbeckensaurier (Ornithischia)
Thyreophora
Eurypoda
Ankylosaurier (Ankylosauria)
Ankylosauridae
Minmi
Wissenschaftlicher Name
Minmi
Molnar, 1980
Arten
  • Minmi paravertebra Molnar, 1980
  • Minmi spec. (unbenannt) Molnar, 1996

Minmi war eine Gattung von Vogelbeckensauriern aus der Gruppe der Ankylosauria. Funde der Minmi kommen aus der Unteren Kreidezeit in Australien. Der Name der Gattung leitet sich von dem Fundort Minmi Crossing bei Roma in Queensland ab.

Entdeckung und Benennung

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Fundort von Minmi (2)(QM F10329)
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QM F10329: Fragmente des linken Hinterfußes von Minmi p., schwarzer Balken dient als Maßstab (2 cm)

Die ersten von fossilen Überreste von Minmi (QM F10329) wurden 1964 von Alan Bartholomai bei Ausgrabungen des Queensland Museum in Queensland (Australien) entdeckt.[2] 1980 folgte die Erstbeschreibung durch Ralph Molnar.[3] Sie umfassen Teilen der Bauchpanzerung, Rippenfragmenten um einem unvollständigen Fuß. Zudem fanden sich elf Rückenwirbel, entlang derer eine Anzahl von einzigartigen, waagerecht verlaufenden Knochenstäbchen befinden. Die paravertebrale Lage dieser Stäbchen ist namensgebend für die Art. Sehr wahrscheinlich handelt es sich dabei um verknöcherte Sehnen.[4]

Es war der erste Thyreophora aus Australien – ja sogar der gesamten Südhalbkugel. Typusart ist Minmi paravertebra; Die Funde werden in die Untere Kreidezeit (Aptium oder Albium), vor 126 bis 100 Millionen Jahren, datiert.

Ein zweites, 1989 entdecktes und Minmi zugeordnetes Fossil (QM F1801) wurde 2015 als eigene Art Kunbarrasaurus definiert. Die Unterschiede des postkranialen Baus waren zu groß. In der Folge wurden weitere, bis dahin Minmi zugewiesene Funde als basal ankylosaurisch zurückgestuft.[5]

Merkmale

Minmi erreichte eine Länge von rund 3 Metern und eine Körperhöhe von rund 1 Meter[3]. Die Gewichts- und Volumenrekonstruktion bei gepanzerten Tieren gestaltet sich äußerst schwierig, vergleicht man jedoch ähnlich große Ankylosaurier, so ergäbe sich ein Gewicht von rund 300 ±100 kg.[6] Er bewegte sich wie alle Ankylosaurier quadruped (auf allen vieren fort). Wie alle Ankylosaurier wies er eine Panzerung aus Hornschuppen auf; diese waren verhältnismäßig klein und verliefen in Reihen. Auch der Bauch war von kleinen Knochenplatten bedeckt, an der Oberseite des Schwanzes verlief eine Doppelreihe scharfkantiger Knochenschuppen. Einzigartig unter den Ankylosauriern sind die waagrechten, neben den Wirbeln verlaufenden Knochen.

Die meisten Informationen über Minmi stammten von dem nun Kunbarrasaurus zugeordneten Fossil, das als eines der vollständigsten unter den Ankylosauria weltweit gilt. Dementsprechend müssen Eigenschaften bezüglich der Bezahnung, ein weitgehend unbewehrter Schädel, vor allem aber auch die verlängerten Beine seither als nicht evident eingestuft werden. Rekonstruktive Darstellungen seit 1989 als rein spekulativ einzustufen.

Lebensweise

Annahmen zur Lebensweise Minmis lassen sich vergleichend mit Schwesterarten wie Kunbarrasaurus und anderer kleiner Ankylosaurier ziehen. Im Darm letzterem wurden Rückstände faseriger Pflanzen, Früchte und Samen, eventuell sogar Farnsporen ähnliches Material gefunden. Dies entspräche der üblichen, vielfach bekannten Ernährungsweise der Ankylosaurier und Verwandten.[7][5]

Der Holotyp entstammt der geologischen Schicht der Bungil Formation.[8] Das heutige Queensland war damals Teil des südöstlichen Ausläufers Gondwanas. Die mosaikartige Landschaft war durchzogen von Flüssen und Seen, was ausladende Schwemmlandschaften schaffte. Das gemäßigt bis subtropische Klima mit schwach ausgeprägten Jahreszeitenwechsel bot vermutlich die perfekten Voraussetzungen für mittelgroße Pflanzenfresser. Die Vegetation bestand aus frühen Nadel- und Cycadenwäldern, daneben verschiedenen Farnen und ersten Blütenpflanzen.

Sowohl Körpergröße als auch die eher schwach ausgeprägte Bewehrung Minmis kämen einer verbesserten Agiltität entgegen, um sich ungehindert im Unterholz fortzubewegen und sich besser den Angriffen durch kleinerer Theropoden zu stellen. Ähnliche Überlegungen bestehen bezüglich anderer Verwandten, zum Beispiel dem Pinacosaurus. Andererseits handelt es sich bei Minmi um einen sehr frühen Vertreter seiner Art, demnach könnten sowohl Größe als auch die Ausformung der Panzerung lediglich als ein Frühstadium von damals relativ neuen Eigenschaften.

Systematik

Nach anfänglicher Zurechnung Minmis anbei der Nodosauridae und späterer als der vielleicht ürtumlichste Ankylosauria eingestuft, so gilt dessen genaue systematische Einordnung bis heute schwierig und umstritten ist. Eine momentane Platzierung als labiler Basistaxon innerhalb der Thyreophora, aber parallel der Ankylosauria gilt als vorübergehend korrekt aber unvollständig.[9][10]

Die verknöcherten Sehen, die Molnar 1980 als eigenständiges Merkmal herauswies, unterscheiden sich laut ihm von denen anderer Ornithischia, stattdessen ähnelten sie der pathologischen Sehnenaponeurose moderner Krokodile. 2014 zweifelte Victoria Megan Arbour dies an und konnte lediglich eine Besonderheit feststellen, die vertikale Ausdehnung der Sehne des Musculus articulospinalis an ihrem äußeren vorderen Ende, die sich um den seitlichen Fortsatz des Wirbels schlingt.[11] Da sich auch dieses Merkmal anderswo finde stand die Einordnung der Gattung als Nomen dubium im Raum.[12] Durch die Untersuchung und Neuordnung 2015 ergab letztlich jedoch genug Unterscheidung zur neuen Gattung Kunbarrasaurus. Auch eine Untersuchung von 2021 in Bezug auf den nahen Verwandten Struthiosaurus festigt die Behandlung als eigenes Taxon.[13]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Gregory S. Paul: The Princeton Field Guide To Dinosaurs. Princeton University Press, Princeton NJ u. a. 2010, ISBN 978-0-691-13720-9, S. 227–228, Online.
  2. https://dinodata.de/animals/dinosaurs/pages_m/minmi.php?q=minmi
  3. a b R. E. Molnar: An ankylosaur (Ornithischia: Reptilia) from the Lower Cretaceous of southern Queensland. In: Brisbane Queensland Museum (Hrsg.): Memoirs of the Queensland Museum. Band 20, Teil 1, 1980, S. 65–75 (biodiversitylibrary.org).
  4. R. E. Molnar, E. Frey: The Paravertebral Elements of the Australian Ankylosaur Minmi (Reptilia: Ornithischia, Cretaceous). In: Neues Jahrbuch für Geologie und Paläontologie - Abhandlungen. Band 175, Nr. 1, 17. August 1987, ISSN 0077-7749, S. 19–37, doi:10.1127/njgpa/175/1987/19 (schweizerbart.de [abgerufen am 25. Februar 2026]).
  5. a b Lucy G. Leahey, Ralph E. Molnar, Kenneth Carpenter, Lawrence M. Witmer, Steven W. Salisbury: Cranial osteology of the ankylosaurian dinosaur formerly known as Minmi sp. (Ornithischia: Thyreophora) from the Lower Cretaceous Allaru Mudstone of Richmond, Queensland, Australia. In: PeerJ. Band 3, 8. Dezember 2015, ISSN 2167-8359, S. e1475, doi:10.7717/peerj.1475, PMID 26664806, PMC 4675105 (freier Volltext) – (peerj.com [abgerufen am 25. Februar 2026]).
  6. Gregory S. Paul: The Princeton field guide to dinosaurs (= Princeton field guides). 2nd edition Auflage. Princeton University Press, Princeton 2016, ISBN 978-0-691-16766-4.
  7. https://australian.museum/learn/dinosaurs/fact-sheets/minmi-paravertebra/
  8. The Dinosauria, Second Edition. University of California Press, Berkeley, CA 2004, ISBN 978-0-520-94143-4.
  9. Thomas J. Raven, Paul M. Barrett, Chris B. Joyce, Susannah C. R. Maidment: The phylogenetic relationships and evolutionary history of the armoured dinosaurs (Ornithischia: Thyreophora). In: Journal of Systematic Palaeontology. Band 21, Nr. 1, Januar 2023, ISSN 1477-2019, doi:10.1080/14772019.2023.2205433 (tandfonline.com [abgerufen am 25. Februar 2026]).
  10. André O. Fonseca, Iain J. Reid, Alexander Venner, Ruairidh J. Duncan, Mauricio S. Garcia, Rodrigo T. Müller: A comprehensive phylogenetic analysis on early ornithischian evolution. In: Journal of Systematic Palaeontology. Band 22, Nr. 1, 31. Dezember 2024, ISSN 1477-2019, doi:10.1080/14772019.2024.2346577 (tandfonline.com [abgerufen am 25. Februar 2026]).
  11. Victoria M. Arbour, Philip J. Currie: Systematics, phylogeny and palaeobiogeography of the ankylosaurid dinosaurs. In: Journal of Systematic Palaeontology. Band 14, Nr. 5, 3. Mai 2016, ISSN 1477-2019, S. 385–444, doi:10.1080/14772019.2015.1059985 (tandfonline.com [abgerufen am 25. Februar 2026]).
  12. Victoria M. Arbour, Philip J. Currie: Systematics, phylogeny and palaeobiogeography of the ankylosaurid dinosaurs. In: Journal of Systematic Palaeontology. Band 14, Nr. 5, 3. Mai 2016, ISSN 1477-2019, S. 385–444, doi:10.1080/14772019.2015.1059985 (tandfonline.com [abgerufen am 25. Februar 2026]).
  13. Sebastián Rozadilla, Federico Agnolín, Makoto Manabe, Takanobu Tsuihiji, Fernando E. Novas: Ornithischian remains from the Chorrillo Formation (Upper Cretaceous), southern Patagonia, Argentina, and their implications on ornithischian paleobiogeography in the Southern Hemisphere. In: Cretaceous Research. Band 125, September 2021, S. 104881, doi:10.1016/j.cretres.2021.104881 (elsevier.com [abgerufen am 25. Februar 2026]).
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