Martha Murphy
Martha Murphy (geb. Scheucher, * 29. Jänner 1929 in Fügen, Tirol; † 26. Juni 2013 in Schwaz, Tirol)[1] war eine österreichische Künstlerin. Sie war als Malerin, Graphikerin, Autorin, Publizistin, Kunstpädagogin und Regionalpolitikerin tätig.
Leben und Werk
Geboren wurde sie in Fügen im Zillertal, die Mutter war – "eine Rebellin", wie Martha Murphy im Interview mit Rosemarie Sternagl sagte – ihr Vater ein Beamter. Beide förderten und regten sie schon in früher Kindheit zu künstlerischer Tätigkeit an. Sie ging später in Innsbruck zur Schule und maturierte dort 1948 am Mädchenrealgymnasium, der damals einzigen AHS für Mädchen in Tirol.[2]
Weitere künstlerische Ausbildung erhielt sie 1949 bis 1953 an der Akademie der bildenden Künste Wien (vorerst Meisterschule Boeckl – Graphik, jedoch mit Abschluss im Lehramt für 'Bildnerische Erziehung und Werkerziehung'). Unterrichtet hat sie danach als Kunstpädagogin von 1953 bis 1986 in Wien, St. Gallen, Montreux, Innsbruck, Kufstein und Schwaz.[3]
Ausstellungen und literarische Veröffentlichungen erfolgten z. B. in Inn, Gaismair – Kalender (Macabaret, Mappe, 1983, 1992); sowie Kunstkatalogen.[4]
Die „Hans Rosenthaler-Türe“, eine Mattglasschiebetür mit Gravur im Metallrahmen als öffentlicher Auftrag, wurde im Großen Sitzungssaal des Rathauses Schwaz 2008 montiert.[5]
Ausstellungen
- 1973 zusammen mit Josef Opperer im Tiroler Kunstpavillon der Tiroler Künstlerschaft im Innsbrucker Hofgarten, Innsbruck[6]
- 1974 Galerie am Dom, Innsbruck[7]
- 1978 Kongresshaus Innsbruck[8]
- 1979 Rathaus Schwaz[9]
- 1981 „Vom Werden und Vergehen“ Raika Reutte[10]
- 1983 Stadtturmgalerie Innsbruck[11]
- 1988 Galerie OKI, Innsbruck[12]
- 1991 Graphische Arbeiten in der Gym-Galerie Landeck[13]
- 1995 zum 65. Geburtstag im Kunstpavillon, Innsbrucker Hofgarten[14]
- 1999 Rabalderhaus Schwaz[15]
- 2000 „Wo die neue Geierwally auf den Ötzi gekommen ist“ Dengel-Galerie, Reutte[16]
- 2007 „7 Frauen - 7 Kapellen“ im Sieben-Kapellen-Areal Innsbruck[17]
- 2009 „Tore zur Unterwelt und zum Unterbewußtsein“ Galerie Nothburga, zum 80. Geburtstag der Künstlerin[18]
- 2014 „Vogelsbergeriana“ Gruppenausstellung zu 20 Jahre Galerie der Stadt Schwaz[19]
- 2019 Galerie Unterlechner „Martha Murphy – Bewegung – Wege - Umwege“, postum zusammengestellt von Ruth Murphy und Hansjörg Unterlechner[20]
Veröffentlichungen
- „Die Viersternaussicht“ in 'Gedenken-Umdenken. Tirol nach 1984'; Hg. Peter Teyml, Ed. Löwenzahn, Innsbruck, 1985[21]
- „Die Tiroler Kulturfauna“ in 'Inn. Zeitschrift für Literatur', Innsbruck Jg./Nr. 31, 1993[22]
- „Die Kitschkommission : Satirische Erzählungen und Grafiken“ mit Abbildungen; Österr. Studienverlag, Ed. Löwenzahn, Innsbruck, 1993[23]
- „Die Mühsal der Magie“ in 'Texttürme Nr. 2 : Phantastische Kurzprosa, Neue Veröffentlichungen des Turmbundes' 1994[24]
- „Angewachsene Ohrläppchen“ in: Gaismair Kalender 1994, S. 113–115.[25]
- „Der Aschenbüttel“ in 'Inn. Zeitschrift für Literatur', Innsbruck Jg./Nr. 37, 1996[26]
- „Ich, Hans im Glück“ in 'Ansichtssachen. 61 Gründe Innsbruck zu verlassen oder dazubleiben', Innsbruck: Michael-Gaismair-Gesellschaft 1996[27]
- „Hund und Bau“ in: 'Menschenkörperaufzeichnungen: Schwazer Autorinnen', Hg. Literaturforum Schwaz 1997, S. 63–68.[28]
- Von 1989 bis 1999 arbeitete sie am „Kochbuch keiner Hausfrau“[29] – ursprünglich für ihre Tochter Ruth. 2020 postum von Bianca Moser (damals Leiterin der 'Galerie der Stadt Schwaz') herausgegeben und mit Texten von Ruth Murphy und Anette Freudenberger sowie einem schriftlich und mündlich geführten Interview mit der Künstlerin von Rosemarie Sternagl, 1993 ergänzt.[30]
- „Der Inselzahn“ Martha Murphy und Peter Klampferer, Schwaz 2009; Eigenverlag[31]
Politische Tätigkeit
Martha Murphy war neben ihrer künstlerischen und kunsterzieherischen Tätigkeit auch politisch überaus aktiv. Von 1986 bis 1992 war sie Gemeinderätin in Schwaz (IgLS/Interessengemeinschaft Lebensraum Schwaz). Sie war "... in Tirol für ihr kulturelles und politisches Engagement hochgeschätzt und «gefürchtet», [...] nahm sich kein Blatt vor den Mund, war humorvoll und kritisch zugleich."[32]
Literatur
- "Martha Murphy-Scheucher, Malerin" in Erich Egg: Kunst in Schwaz. Festschrift zum 75. Stadtjubiläum; m.Abb.[33]
- "Bericht über die Malerin Martha Murphy" in Tyrolit aktuell; m.Abb.[34]
- "Martha Murphy, Malerei" in: Rosemarie Sternagl; Frauen in der Kunst Tirols nach 1945[35]
- "Zum 65. Geburtstag von Martha Murphy" in Tiroler Tageszeitung Jg./Nr. 23, 1994[36]
Auszeichnungen
- 2004 Erster Preis des nationalen Kunstwettbewerbs in Venedig für das Bild “Residuo di un Portale d’Aqua / Relikt eines Wasserportals”[37]
- Verleihung des “Ehrenzeichens der Silberstadt Schwaz”[38]
Einzelnachweise
- ↑ Matriken_Tirol_MF 0748-04_Fügen - TB 10 + Index, Geburtsurk._1903-_1940_0266 Eintr.166
- ↑ aus:"Frauen in der Kunst Tirols nach 1945", Diplomarbeit Rosmarie Sternagl, Innsbruck 1993; auch veröff. in „Kochbuch keiner Hausfrau“ 2020 S. 427ff, siehe https://d-nb.info/1205333355
- ↑ Biografie Martha Murphy, 1929–2013 in: https://d-nb.info/1205333355, S. 435
- ↑ Martha Murphy, Eintrag in: Lexikon LiteraturTirol, Hg.: Forschungsinstitut Brenner-Archiv, Universität Innsbruck, https://literaturtirol.at/lexikon/530
- ↑ Heimat-Blätter, Schwazer Kulturzeitschrift Jg./Nr. 64, 2008, S. 13–16
- ↑ Tiroler Tageszeitung Jg./Nr. 12, 1973, S. 8
- ↑ Tiroler Tageszeitung Jg./Nr. 106, 1974, S. 7
- ↑ Tiroler Tageszeitung Jg./Nr. 288, 1978, S. 8
- ↑ Kulturberichte aus Tirol Jg./Nr. 279f, 1979, S. 10
- ↑ Neue Tiroler Zeitung Jg./Nr. 60, 1981, S. 9
- ↑ Tiroler Tageszeitung Jg./Nr. 73, 1983, S. 7
- ↑ Tiroler Tageszeitung Jg./Nr. 101, 1988, S. 22
- ↑ Tiroler Tageszeitung. m.Abb. Jg./Nr. 84, 1991, S. 10
- ↑ Tiroler Tageszeitung. m.Abb. Jg./Nr. 23, 1994, S.</6
- ↑ Tiroler Tageszeitung. m.Abb. Jg./Nr. 28, 1999, S. 20
- ↑ Außerferner Nachrichten Jg./Nr. 5, 2000, S. 13
- ↑ Echo Kompakt Innsbruck Jg./Nr. 10, 2007, S. 20
- ↑ Tiroler Tageszeitung. m.Abb. Jg./Nr. 263, 2009, S. 20
- ↑ kunstraum-schwaz, 8.11.2014-31.1.2015
- ↑ https://www.schwaz.at/fileadmin/user_upload/wordpress_migration/rathausinfo/2019/07/Rathausinfo_72019.pdf
- ↑ 'Gedenken-Umdenken. Tirol nach 1984'; Hg. Peter Teyml, Ed. Löwenzahn, Innsbruck, 1985, S. 40–42
- ↑ 'Inn. Zeitschrift für Literatur', Innsbruck Jg./Nr. 31 1993 S. 31–36
- ↑ https://d-nb.info/942947878
- ↑ Texttürme Nr. 2 : Phantastische Kurzprosa, Neue Veröffentlichungen des Turmbundes, 1994 S. 31–36
- ↑ Gaismair Kalender 1994, S. 113–115.
- ↑ 'Inn. Zeitschrift für Literatur', Innsbruck Jg./Nr. 37 1996 S. 31–33
- ↑ 'Ansichtssachen. 61 Gründe Innsbruck zu verlassen oder dazubleiben', Hg. Almut Magis, Bernhard Nicolussi Castellan, Innsbruck: Michael-Gaismair-Gesellschaft 1996 S. 103–107
- ↑ 'Menschenkörperaufzeichnungen: Schwazer Autorinnen', Hg. Literaturforum Schwaz; Ed. Löwenzahn, Innsbruck 1997, S. 63–68
- ↑ Bianca Moser, "Zum Buch" in https://d-nb.info/1205333355, S. 6
- ↑ "Frauen in der Kunst Tirols nach 1945", Diplomarbeit Rosmarie Sternagl, Innsbruck 1993
- ↑ https://d-nb.info/1205333355, S. 436
- ↑ https://www.berenkamp.at/newpage68c68925
- ↑ Erich Egg: Kunst in Schwaz. Festschrift zum 75. Stadtjubiläum; Innsbruck, Tyrolia 1974, S. 140
- ↑ Tyrolit aktuell Jg./Nr. 7, 1979, S. 15
- ↑ Rosemarie Sternagl; Frauen in der Kunst Tirols nach 1945. Diplomarbeit, Innsbruck 1993, S. 143ff
- ↑ Tiroler Tageszeitung Jg./Nr. 23, 1994, S. 6
- ↑ https://www.meinbezirk.at/schwaz/c-lokales/bekannte-schwazer-kunstschaffende-verstorben_a623311; Tiroler Tageszeitung Jg./Nr. 270, 2004, S. 18
- ↑ https://www.berenkamp.at/newpage68c68925
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Murphy, Martha |
| ALTERNATIVNAMEN | Scheucher, Martha (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichische Künstlerin |
| GEBURTSDATUM | 29. Januar 1929 |
| GEBURTSORT | Fügen, Tirol |
| STERBEDATUM | 26. Juni 2013 |
| STERBEORT | Schwaz, Tirol |