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Marie Sandholt

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Selbstporträt (1913)

Anna Marie Louise Sandholt (* 22. März 1872 in Kopenhagen; † 24. September 1942 in Kopenhagen) war eine dänische Malerin.

Leben

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Morgenglæde (Morgenfreude, 1902)

Geboren wurde Marie Sandholt als Tochter einer wohlhabenden Ärztefamilie in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen.[1] Ihr Vater war der Stadtarzt Peter Boll Wivet Sandholm (1827–1890), der nach dem Tod seiner ersten Frau Polonia van der Pahlen Owen (1832–1864) Maries Mutter, Lovise Victoria Aagaard (1848–1920) heiratete. 1875 bekam Marie Sandholt einen Bruder, den späteren Milchwirtschaftsexperten und Herausgeber Henrik Sandholt (1875–1942).[2] Nach ihrem Schulabschluss begann sie ihre künstlerische Ausbildung an der Dänischen Zeichen- und Kunstschule für Frauen (Tegne- og Kunstindustriskolen for Kvinder). Von 1892 bis 1901 setzte sie ihre Ausbildung an der Kunstakademie-Kunstschule für Frauen (Kunstakademiets Kunstskole for Kvinder) fort. In diese Zeit fiel ihr Debüt bei der Charlottenborg-Frühjahrsausstellung im Jahr 1895. Sie selbst empfand die Ausbildung an der Kunstakademie nicht als große künstlerische Herausforderung und nannte ihren Aufenthalt im Haus des Malers Viggo Pedersen von 1897 bis 1899 in Skamstrup bei Holbæk eine größere Inspiration. Dort erhielt sie zusammen mit den Kindern von Pedersen Malunterricht. Diese Zeit prägte später ihren Stil und ihre Motivauswahl. 1902 entstand eines ihrer bedeutendsten Frühwerke „Morgenglæde“ (Morgenfreude), das eine Mutter mit ihren vier Kindern in einem Doppelbett zeigt. 1905/06 trat sie an ihrer alten Schule, der Dänischen Zeichen- und Kunstschule für Frauen, eine Stelle als Lehrerin für Stickerei und Stickmuster an. Neben verschiedenen Industriearbeiten, darunter auch Entwürfen für Stickereien entwarf sie zudem Kinderfiguren aus Porzellan für die Königliche Porzellanmanufaktur. Von 1905 bis 1906 war sie bei Bing & Grøndahl angestellt. Zwischen 1900 und 1910 ging sie auf mehrere Studienreisen unter anderem nach Italien, um alte Kunst zu studieren und nach Paris, um moderne Kunst kennenzulernen. Zwei Monate verbrachte sie in an der Pariser Académie Colarossi, wo der norwegische Maler Christian Krohg lehrte. Dort erweiterte sie ihr Wissen über Technik und Komposition, was sie selbst als wichtig für ihr weiteres Schaffen empfand. Sie erhielt verschiedene Stipendien und Fördergelder im Zeitraum von 1898 bis 1915, unter anderem mehrere von der Dänischen Akademie. 1939 erhielt sie das Kristian-Zahrtmann-Stipendium. Ihr Werk umfasst eine Vielzahl weitläufiger Landschaften, teilweise mit darin enthaltenen Figuren. Häufig sind Darstellungen von Wäldern und Bäumen sowie Szenen an der Küste. Eine Besonderheit von Marie Sandholt war die Anfertigung von Aquarellskizzen, die sie im Freien anfertigte und als Grundlage für spätere Ölgemälde dienten, die sie dann zu Hause malte. Zusätzlich war Sandholt eine begabte Porträtmalerin. Hervorgehoben sei ihr 1911 angefertigtes Porträt des Theaterschauspielers Johannes Poulsen als Narr "Feste" in Shakespeares Stück "Was ihr wollt".

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Narren (Narr, 1911)

Stilistisch war Sandholt eine Vertreterin des Naturalismus in der dänischen Maltradition. Sandholt stellte ihre Werke zwischen 1895 und 1942 wiederholt in der Charlottenborg-Frühjahrsausstellung aus und hatte mehrere Einzelausstellungen in Kopenhagen. Nach ihrem Tod fand 1943 in der Charlottenborger Kunsthalle eine Gedenkausstellung statt.

Werke (Auswahl)

Commons: Marie Sandholt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Dansk Kvindebiografisk Leksikon: Marie Sandholt, abgerufen am 21. Februar 2026
  2. Dänische Biographische Enzyklopädie: Henrik Sandholt, abgerufen am 14. Februar 2026