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Friedrich Hermann Lessing

Friedrich Hermann Lessing (* 8. Mai 1811 in Mönchenfrei; † 23. September 1887 in Dresden[1]) war ein deutscher Mediziner. Er war Direktor der Königlich Sächsischen Heil- und Verpflegungsanstalt für Geisteskranke, der späteren Landesirrenanstalt auf der Festung Sonnenstein bei Pirna und förderte nachhaltig den Ausbau und die Weiterentwicklung dieser psychiatrischen Einrichtung in Sachsen.

Leben

Er war ein Großneffe von Gotthold Ephraim Lessing und Sohn des Ökonoms Friedrich Theophilus Lessing, der damals das Rittergut Mönchenfrei bei Freiberg verwaltete. Nach dem Schulbesuch in Döbeln und Chemnitz studierte er ab 1831 zunächst Theologie und dann Medizin an der Universität Leipzig. Danach wurde er 1836 Assistenzarzt bei dem Mediziner Johann Christian August Clarus am Jacobshospital in Leipzig. 1838 promovierte er mit einer ausgezeichneten Dissertation zum Dr. med. und erhielt daraufhin eine feste Anstellung als Hilfsarzt für die wundärztliche Versorgung an der Heil- und Verpflegungsanstalt für Geisteskranke auf der Festung Sonnenstein. Da der damalige Direktor Ernst Gottlob Pienitz bereits betagt und nebenberuflich stark in Anspruch genommen war, übernahm Lessing aufgrund seines großen Selbstvertrauens zunehmend Leitungsfunktionen der Anstalt. Zum 1. Februar 1851 wurde er deren Direktor und gleichzeitig Bezirks- und Gerichtsarzt für den Anstaltsbereich. 1865 wurde er außerdem zum Mitglied des königlich-sächsischen Landesmedizinalkollegiums und 1871 zum Geheimen Medizinalrat ernannt. 1885 wurde er pensioniert und zog nach Dresden, wo er zwei Jahre später in seiner Wohnung in der Schillerstraße starb.

Schriften (Auswahl)

  • De inspirationum et pulsuum frequentia praecipue in febribus. 1838.

Ehrungen

Literatur

  • Arend Buchholtz: Die Geschichte der Familie Lessing. 1. Band, v. Holten, Berlin 1909, S. 208–211.
  • Theodor Kirchhoff: Deutsche Irrenärzte. Einzelbilder ihres Lebens und Wirkens. Berlin, Heidelberg 1921, S. 242 ff.
  • Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt Pirna-Sonnenstein. 2000, S. 44.

Einzelnachweise

  1. Stadtarchiv Dresden, Standesamt Dresden III, Sterbe-Nebenregister 1887, Nr. 245.