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EZproxy

EZproxy ist ein Proxy im World Wide Web (WWW) der unter anderen von Bibliotheken oder Bildungsinstitutionen genutzt wird, um berechtigten Personen Zugriff von außerhalb des jeweiligen zugriffsberechtigten Netzwerkes auf digitale Angebote von Verlagen wie Buch- und Zeitschriftenverlage und Online-Datenbanken, zu ermöglichen. EZProxy wurde 1999 von dem Bibliothekar Chris Zagar entwickelt. 2008 wurde die Software von dem Online Computer Library Center (OCLC), einer weltweit tätigen Non-Profit-Organisation nach US-amerikanischem Recht, übernommen und seit dem weiter entwickelt.[1]

Funktion

Üblicherweise und aus historischen Gründen erfolgt der Zugriff von Bibliotheken oder Bildungsinstitutionen auf die digitalen Angebote von Verlagen über statische IP-Adressen. Diese einfache Art der Authentifizierung über statische IP-Adressen für berechtigte Zugriffe steht Benutzern dieser Institutionen aber nur dann zur Verfügung, wenn sie sich über das Netzwerk der jeweiligen Bibliothek oder Bildungsinstitution mit dem Verlag verbinden. Wird hingegen die Verbindung, beispielsweise von daheim unter Nutzung eines privaten Internet-Zugangs vorgenommen, ist aufgrund der nicht freigegebenen IP-Adressen kein Zugriff auf die digitalen Verlagsinhalte möglich. Um den Aufwand mit jeweils einzelnen Benutzerregistrierungen und Anmeldungen bei diversen Verlagen zu vermeiden, wird die Datenverbindung zu den Verlagen daher von EZproxy übernommen. Dazu müssen die jeweiligen Bibliotheken oder Bildungsinstitution EZproxy in ihrer IT-Infrastruktur als eigene Instanz betreiben und so einrichten, dass für den Zugriff auf digitale Verlagsprogramme nach außen die von der jeweiligen Bildungsinstitution freigegebenen statischen IP-Adressen verwendet werden.

Im Gegensatz zu anderen im Web eingesetzten Proxys wie Squid ist EZproxy ein sogenannter englisch URL-Rewriting-Proxy.[2] Dabei werden durch EZproxy die URLs in den ausgelieferten Web-Seiten durch voranstellen der jeweiligen EZproxy-Adresse umgeschrieben, so dass Zugriffe auf die Verlagsprogramme über die jeweils zugriffsberechtigten Institutionen und deren statischer IP-Adressen erfolgen. Spezielle Einstellungen im Web-Browser, wie die explizite Konfiguration eines Proxy, ist nicht notwendig.

Die Software wird weltweit und mit Stand 2026 von einigen tausend Institutionen wie Bibliotheken, Bildungseinrichtungen und Universitäten eingesetzt.[3] Unter anderem betreibt auch die Wikimedia Foundation im Rahmen des Programmes The Wikipedia Library eine Instanz von EZproxy, welche von Autoren der Wikipedia zur Quellenrecherche bei verschiedenen Verlagen genutzt werden kann.

Einzelnachweise

  1. OCLC Acquires EZproxy. März 2008, abgerufen am 9. Februar 2026.
  2. About URL rewriting. Abgerufen am 9. Februar 2026.
  3. EZproxy allows libraries to deliver e-resources to users simply and securely. Abgerufen am 9. Februar 2026.