Buxton Orr
Buxton Orr (* 18. April 1924 in Glasgow, Schottland; † 27. Dezember 1997 in Hereford, Herefordshire, England) war ein britischer Komponist und Dirigent. Er schuf einige musikalische Werke für das britische Kino der 1950er und 1960er Jahre, darunter Kompositionen für Filme wie Ungeheuer ohne Gesicht, Rakete 510 oder Plötzlich im letzten Sommer.[1]
Leben und Karriere
Buxton Daeblitz Orr wurde 1924 in Glasgow in Schottland geboren. Orr verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Bootle, Liverpool. Seine Ausbildung erhielt er an der University College School of London und am Middlesex Hospital. Als ausgebildeter Arzt gab er die Medizin schließlich zugunsten der Musik auf. Der Großvater Richard Daeblitz war ein deutscher klassischer Violinist unter Komponisten und Dirigenten wie Richard Strauss und Arthur Nikisch gewesen, so studierte Orr an der renommierten Guildhall School of Music and Drama und arbeitete danach einige Jahre als Assistent bei Benjamin Frankel, bis er bei Aylmer Buesst das Handwerk des Dirigats erlernte. Von den frühen 1970er bis zu den 1980er Jahren war Orr in der Hauptsache als Dirigent tätig, unter anderem in London beim Jazz Composers Orchestra oder beim Guildhall New Music Ensemble. Als Composer in Residence arbeitete er Mitte der 1980er Jahre in Banff, Alberta, in Kanada. Danach arbeitete er als freier Komponist in unterschiedlichen musikalischen Bereichen und Genres. Seine Einflüsse reichen von der Klassischen Musik bis zum Jazz.
Zwischen 1958 und 1963 komponierte er die Musik zu verschiedenen Kinofilmen. Im Jahre 1958 entstanden die Filmmusiken zu Robert Days Grip of the Strangler mit Boris Karloff, des Weiteren die Musik für den Science-Fiction-Film Ungeheuer ohne Gesicht von Regisseur Arthur Crabtree mit Marshall Thompson in der Hauptrolle sowie für den Kriminal-Horrorfilm Corridors of Blood in der Besetzung Boris Karloff, Betta St. John und Christopher Lee. Nach Robert Days Science-Fiction-Abenteuerfilm Rakete 510 mit Marshall Thompson und Marla Landi entstand seine nächste Musik zusammen mit Malcolm Arnold für ein Drama des US-amerikanischen Regisseurs Joseph L. Mankiewicz. Plötzlich im letzten Sommer mit Elizabeth Taylor und Katharine Hepburn in den Hauptrollen basierte auf dem Bühnenstück von Tennessee Williams. Es folgten in den 1960er Jahren weitere filmmusikalische Arbeiten, wie für Regisseur wie Sidney J. Furies beide Horrorfilme Doctor Blood’s Coffin mit Kieron Moore und Hazel Court sowie Vom Teufel gezeichnet mit Dan Duryea und Patricia Owens, ferner schrieb er 1963 die Musik für das romantische Kriminal-Drama Tanz auf dem Drahtseil von Regisseur Frank Nesbitt. Seine letzte Musik für einen Kinofilm schrieb er ebenfalls im Jahr 1963 für Reginald Le Borgs Mystery-Drama The Eyes of Annie Jones mit Richard Conte, Francesca Annis und Joyce Carey.
Neben seiner Tätigkeit für den Film komponierte er auch für das Theater.
Buxton Orr verstarb im Dezember 1997 im Alter von 73 Jahren in Herford an den Folgen eines Schlaganfalls. Er war zweimal verheiratet: 1955 heiratete er Isabelle Roberts, diese Ehe wurde geschieden. 1968 heiratete er Jean Latimer, die 2023 verstarb.
Kompositionen (Auswahl)
- Kaledonische Suite (1980), Turnier (1985) und Erzählung (1993). Royal Scottish Academy of Music and Drama Wind Orchestra & Brass, Doyen DOY CD 118 (2001)
- Keltische Suite für Streicher (1968) und Fanfare und Prozession für Streicher (1968) auf The Land of the Mountain and the Flood: Scottish Orchestral Music, ASV CDWHL21C (1999)
- Kammermusik für Streicher, darunter Streichquartett Nr. 1 (1977) und Nr. 2 (1985), Streichtrio (1996), Duo für Barockvioline und Kontrabass (1994). Beethoven Streichtrio, Toccata TOCC0103 (2012)
- Klaviertrios Nr. 1–3. York Piano Trio. Marco Polo MP 3842 (1996)
- Lieder: (enthält die Liederzyklen Canzona (1963), Ten Types of Hospital Visitor (1986) und Songs of a Childhood (1967)). Delphian DCD 34175 (2017) (mit Barry Guy). The London Jazz Composers’ Orchestra Ode (Incus, 1972)
- Elegy (1994) und A Carmen Fantasy (1985) für Violoncello und Klavier auf dialogo. Dagmar Spengler und Oliver Drechsel, Verlag Dohr DCD 017 (2002)
Filmografie (Auswahl)
Kino
- 1958: Grip of the Strangler
- 1958: Ungeheuer ohne Gesicht (Fiend Without a Face)
- 1958: Corridors of Blood
- 1959: Rakete 510 (First Man Into Space)
- 1959: Plötzlich im letzten Sommer (Suddenly, Last Summer)
- 1961: Doctor Blood's Coffin
- 1961: Vom Teufel gezeichnet (The Snake Woman)
- 1963: Tanz auf dem Drahtseil (Walk a Tightrope)
- 1963: The Eyes of Annie Jones
Weblinks
- Buxton Orr bei IMDb
- Buxton Orr im Lexikon des internationalen Films
- Buxton Orr bei Discogs
- Buxton Orr bei AllMusic (englisch)
Einzelnachweise
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Orr, Buxton |
| ALTERNATIVNAMEN | Orr, Buxton Daeblitz |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Komponist |
| GEBURTSDATUM | 18. April 1924 |
| GEBURTSORT | Glasgow, Schottland |
| STERBEDATUM | 27. Dezember 1997 |
| STERBEORT | Hereford, Herefordshire, England |