Anna Senhofer
Anna Senhofer (* 26. Mai 1923 in Wien; † unbekannt) war eine österreichische Näherin und Widerstandskämpferin.
Leben
Anna Senhofer war die Tochter eines Anstreichergehilfen und wuchs in Rudolfsheim-Fünfhaus auf. Senhofer lernte und arbeitete als Weißnäherin. Von 1930 bis 1934 war sie Mitglied der sozialdemokratischen Österreichischen Kinderfreunde. Nach dem Anschluss Österreichs trat sie einer Jugendgruppe der NS-Frauenschaft bei, die sie im Februar 1942 aus eigenem Wunsch wieder verließ, außerdem war sie Mitglied der Deutschen Arbeitsfront (DAF).
Ende 1939/Anfang 1940 lernte sie den kommunistischen Jugendfunktionär Eduard Schwarz kennen, durch den sie Mitglied einer siebenköpfigen kommunistischen Widerstandsgruppe in der Mareschsiedlung wurde; weitere Mitglieder waren Franz Hoppe und Johann Münthnich, die auf Betreiben von Alfred Fenz 1939 im Kommunistischen Jugendverband Österreichs (KJVÖ) aufging. Außerdem war sie Teil der KJVÖ-nahen Widerstandsgruppe Soldatenrat. Senhofer sammelte unter anderem Mitgliedsbeiträge ein und verteilte bis zum Sommer 1941 Literatur wie beispielsweise die Zeitschriften Rote Jugend und Der Soldatenrat an die kommunistischen Widerstandszellen, die sie von der durch Elfriede Hartmann eingerichteten Literaturstelle der KJVÖ erhielt. Im Winter 1940/1941 trafen sich in ihrer Wohnung mehrmals verschiedene kommunistische Funktionäre, darunter auch Edith Gadawits, sie selbst war bei den Treffen nicht anwesend. Am 11. Mai 1942 erhielt sie etwa 100 Flugblätter, die sie an einen Verteiler weitergeben sollte. Da dieser nicht erschien, verbrannte sie alle Flugblätter bis auf 23 Exemplare, die bei ihrer späteren Festnahme beschlagnahmt wurden.
Senhofer wurde am 14. Mai 1942 von der Gestapo festgenommen und gemeinsam mit Edith Gadawits, Gertrude Hausner und Felix Imre wegen „Vorbereitung zum Hochverrat und Feindbegünstigung“ angeklagt. Die Hauptverhandlung fand am 24. September 1943 statt. Senhofer wurde am 5. Oktober 1943 zu 12 Jahren Zuchthaus sowie zu 10 Jahren Ehrverlust verurteilt und im Zuchthaus Aichach inhaftiert. Sie war eines der wenigen Mitglieder der Gruppe Soldatenrat, die nicht zum Tode verurteilt wurden.
Zum Kriegsende wurde Senhofer nach fast drei Jahren Haft aus dem Zuchthaus Aichach freigelassen. In der Nachkriegszeit war sie Angestellte der Stadt Wien, wobei ihr die Haftzeit in doppeltem Ausmaß als Vordienstzeit angerechnet wurde. Sie war weiterhin in der KPÖ politisch aktiv.[1]
Ihr genaues Todesdatum ist unbekannt.
Einzelnachweise
- ↑ Anna Senhofer im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Senhofer, Anna |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichische Näherin und Widerstandskämpferin |
| GEBURTSDATUM | 26. Mai 1923 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 20. Jahrhundert oder 21. Jahrhundert |