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Andreas Maus

Porträtfoto eines fünfzigjährigen Mannes. Er trägt seine Haare geschoren und hat eine dunkelgraue Wolljacke mit Kragen über einem schwarzen Shirt an.
Andreas Maus (2014)

Andreas Maus (* 1964 in Wuppertal) ist ein deutscher Journalist, Drehbuchautor und Filmregisseur. Er arbeitet unter anderem regelmäßig für das ARD-Politikmagazin Monitor und hat zwei Dokumentarfilme produziert. Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet.

Werdegang

Maus wurde 1964 in Wuppertal geboren und arbeitete in den 1980er Jahren zunächst als Autor und Regisseur beim Theater, wo er für das KÖLNER Ensemble mehrere Stücke inszenierte. Seit 1995 ist er Journalist und Autor für Fernsehen, Hörfunk und Printmedien, etwa für ARD, WDR, SWR und das Deutschlandradio. Für das politische Magazin Monitor ist er als fester Autor tätig. Zu seinen Filmbeiträgen zählen Reportagen über Russland und Tschetschenien, die deutsche Flüchtlingspolitik, Neonazis und Islamismus.[1][2]

2009 drehte Andreas Maus seinen ersten Kinofilm Ballada, einen Dokumentarfilm über die Beziehung von Menschen in Russland zu ihrem „Kultauto“ Lada. Er wurde beim Filmfest München 2009 uraufgeführt und kam 2011 in die Kinos. Weitere Festivalteilnahmen gab es in Cambridge, Moskau, Sankt Petersburg und Nowosibirsk sowie Guangzhou und Poznan.[3]

Mit seinem Dokumentarfilm Der Kuaför aus der Keupstraße von 2016 tauchte Maus tief in die Ermittlungen gegen einen türkischen Frisör aus Köln-Mülheim ein. Der Mann, auf dessen Salon 2004 der NSU-Nagelbombenanschlag verübt wurde, wurde gemeinsam mit seinem Umfeld jahrelang selbst fälschlich verdächtigt, während ein ausländerfeindliches Motiv bis zur Selbstenttarnung der Terrorgruppe von den Behörden nicht verfolgt wurde. Maus ließ für den Film Inhalte aus den umfangreichen Verhörprotokollen mit Schauspielern szenisch nachstellen und rekonstruierte den Nagelbombenanschlag in der Keupstraße, die Ermittlungen der Polizei und die traumatisierenden Nachwirkungen aus der Perspektive der Betroffenen.[4] Der Film hatte im Februar 2016 seine Kinopremiere und wurde im Mai 2017 im WDR erstausgestrahlt.[2] Außerdem wurde er 2015 auf der DOK Leipzig sowie 2016 auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis gezeigt.[5][6]

Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2013: 8. Marler Medienpreis Menschenrechte der deutschen Sektion von Amnesty International, Kategorie „Magazin/Ausland“, für Verdammt hoher Preis (WDR/Monitor, mit Christian Brüser und Jochen Leufgens)[7]
  • 2015: Publizistikpreis Alter für Tod zweiter Klasse: Sterben im Pflegeheim (WDR/Monitor, 30. Januar 2014, mit Isabel Schayani, Frank Konopatzki und Markus Zeidler)[8]
  • 2000: Preis der Internationalen Journalistenföderation (IFJ) für Menschenrechte, Kategorie „Beste Fernsehreportage“, für Tschetschenische Flüchtlinge[2]

Filmografie

Kinofilme

  • Ballada, Dokumentarfilm, 2009. 93 Min. (Produktion Gunter Hanfgarn)
  • Der Kuaför aus der Keupstraße, Dokumentarfilm, 2016, 92 Min. (Produktion Coin Film in Koproduktion mit dem Westdeutschen Rundfunk, Verleih: Real Fiction Filmverleih))

Fernsehbeiträge (Auswahl)

  • Verdammt hoher Preis, Reportage über Billigmode und die Selbstmordrate bei indischen Textilarbeitenden. Monitor, 2013
  • Edelmarken zum Hungerlohn, mit Gönke Harms und Rebecca Gudisch. Die Story im Ersten, 2015

Publikation

  • Drüben Alltagsgeschichten aus Ost und West. mit Fotografien von Burkhard Peter. Deutscher Taschenbuchverlag, München 1999, ISBN 978-3-423-24164-9.

Einzelnachweise

  1. REALFICTIONFILME - Der Kuaför aus der Keupstrasse. Abgerufen am 22. Februar 2026.
  2. a b c Andreas Maus Biografie. In: filmportal.de. DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, abgerufen am 22. Februar 2026.
  3. Ballada – Hanfgarn & Ufer. Abgerufen am 22. Februar 2026 (deutsch).
  4. STRANGER THAN FICTION - 24. DOKUMENTARFILMFEST | Dokumentarfilme aus NRW - green. Abgerufen am 22. Februar 2026.
  5. Der Kuaför aus der Keupstrasse. Abgerufen am 22. Februar 2026.
  6. DER KUAFÖR AUS DER KEUPSTRASSE | Filmfestival Max Ophüls Preis. Abgerufen am 22. Februar 2026.
  7. Gewinner des 8. Marler Medienpreises Gehen an Produktionen von ZDF, WDR, NDR und ARTE. Abgerufen am 22. Februar 2026.
  8. Preis & Preisträger - Journalisten Preise. Abgerufen am 22. Februar 2026.